Junge Frau in Verwaltungsbüro schaut in Terminkalender

Minijobs

Sie sind Beschäftigte in einem Minijob und möchten wissen, was Sie beachten können?

Wir beraten Sie gerne zu diesem Thema. Zusätzlich finden Sie hier weiterführende Informationen.


Kulisse Minijobs

Ein Minijob hat viele Gesichter: kurzfristig scheinbar attraktiv, in bestimmten Lebensphasen wie Studium oder Rente optimal, flexibel und scheinbar gut mit Familienarbeit zu vereinbaren. Die sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Begünstigungen und die damit verbundenen finanziellen Vorteile können gerade bei Berufsrückkehrerinnen zu einem sogenannten „Klebeeffekt“ im Minijob führen.  Die erhoffte Brückenfunktion in reguläre Beschäftigung gelingt noch zu selten.Allein mit einem Minijob kann weder ein eigenes existenzsicherndes Einkommen erzielt werden, noch können ausreichende Rentenansprüche aufgebaut werden.

Viele Minijobberinnen stecken in einer Niedriglohnfalle, die zu Altersarmut führt. Erfreulich ist allerdings, dass die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zumindest dafür gesorgt hat, dass auch Minijobber nun nicht mehr zu unangemessen niedrigen Stundenlöhnen arbeiten müssen.

Im Übrigen empfiehlt auch der Rat der Europäischen Union Deutschland, die fiskalische Behandlung von Minijobs zu überprüfen, um den Übergang in andere Beschäftigungsformen zu erleichtern.

Wichtig ist aber auch, dass die betroffenen Minijobber über die negativen Auswirkungen informiert sind und Unterstützung auf dem Weg in den sozialversicherten Arbeitsmarkt erhalten. Ein wichtiger Beitrag hierzu war unsere Veranstaltung vom 25. November 2015 und die sich daraus entwickelnden Initiativen auf regionaler Ebene in diesem Jahr.

Grundlegende Arbeitnehmerrechte sind gefährdet
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das BMAS haben Ende 2015 eine IAB-Studie über das Wissen um die grundlegenden Arbeitnehmerrechte und ihre tatsächliche Durchsetzung vorgestellt. Die Studie zeigt, dass es im Sinne guter Arbeit auch noch einen großen Aufklärungs- und Sensibilisierungsbedarf  beider Seiten – Beschäftigter wie Arbeitgeber – im Bereich der Arbeitnehmerrechte gibt. Zentrale Erkenntnisse sind:

  • Arbeitnehmerrechte werden vor allem in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen vorenthalten
  • Das Recht auf bezahlten Urlaub wurde einem Drittel der geringfügig Beschäftigten vorenthalten, Lohnfortzahlung bei Krankheit knapp der Hälfte der Minijobber
  • 15 % der unbefristet geringfügig Beschäftigten haben keinen schriftlichen Arbeitsvertrag und sind auch nicht über die wesentlichen Arbeitsbedingungen informiert.

Hieran muss sich etwas ändern. Jedem muss klar sein, dass Minijobber dieselben Arbeitnehmerrechte haben wie alle anderen Beschäftigten und diese müssen ihnen auch tatsächlich gewährt werden.

Die Studie "Weiterbildung atypischer Beschäftigter" finden Sie hier zum Nachlesen.